Seminar mit Meister Qu - Aachen 2026
Am 31. Januar und 1. Februar fand das Seminar mit Meister Qu in Aachen statt. Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die dabei waren, für euer Interesse und eure Unterstützung. Ein besonderes Dankeschön an Meister Qu, der extra aus China nach Deutschland gereist ist, um uns zu unterrichten.
Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Kampfkünsten. Die meisten aus Aachen, aber auch einige von Meister Qus Schülern aus dem Ausland kamen zum Seminar.
Was haben wir gelernt im Seminar?
Am Samstagmorgen gab Meister Qu eine Einführung in die Grundlagen des chinesischen Kung Fu, einschließlich Tritten und der Grundhaltungen des Praying Mantis-Stils. Danach begannen wir mit dem Erlernen einer Form, aud Chinesisch Taolu 套路, namens Beng Bu 崩步. Beng 崩 bedeutet „Ausbruch“ oder „Zusammenbruch“, und Bu 步 bedeutet „Schritt“. Der Name spiegelt die explosive Kraft und Fußarbeit in dieser Form wider. Die Form bildet somit eine solide Grundlage und ist eine der Kernformen beim Erlernen des Mantisn Kung-Fu.









Taiji Meihua Tanglangquan
Meister Qu lehrt Taiji Meihua Tanglangquan 太极梅花螳螂拳, das Taichi-Pflaumenblüten-Mantis-Boxen. Der Name beschreibt die Eigenschaften des Stils: Die Kraft, die in seinen Techniken verwendet wird, ist dieselbe Kraft wie im Taichi, und viele Techniken werden in schneller Abfolge ausgeführt, wie sich überlagernde Pflaumenblütenblätter. Die Bewegungen imitieren die einer Gottesanbeterin, wodurch dieser Stil in die Mantisklasse des Kung Fu gehört. Meister Qu erzählte uns eine kurze Geschichte über die Entstehung des Mantis-Kung-Fu:
Es entwickelte sich um das Ende der Ming-Dynastie und den Beginn der Qing-Dynastie. Wang Lang 王郎, ein erfahrener Kampfkünstler, wurde in einem Duell von einem anderen Meister besiegt, was ihn zutiefst enttäuschte. Auf dem Heimweg ruhte er sich unter einem Baum aus. Genau in diesem Moment sah er, wie eine Gottesanbeterin gegen einen Vogel kämpfte. Obwohl die Gottesanbeterin viel kleiner war, konnte der Vogel sie nicht verletzen. Beeindruckt von den Fähigkeiten und Körperbewegungen der Gottesanbeterin beschloss Wang Lang, die ihre Bewegungen zu studieren. Er fing viele Gottesanbeterinnen und begann, sie genau zu beobachten. Nach mehreren Jahren entwickelte er auf Basis der Bewegungen der Gottesanbeterin einen eigenständige Stil und besiegte alle Herausforderer, die gegen ihn antraten. Später entstanden mehrere Unterstile, darunter Sieben-Stern-Mantis, Liuhe-Mantis, Meihua-Mantis und Taiji Meihua-Mantis.
Am Samstag Nachmittag lernten wir weitere Bewegungen der Form und erhielten außerdem Einblicke in das Grundlagentraining des Baguazhang. Zum Abendessen schloss sich fast jeder dem gemeinsamen Essen in einem Restaurant an.
Sonntag konzentrierte sich auf das Üben von Beng Bu, und wir vervollständigten schließlich die Form. Es war wunderbar zu sehen, wie sich alle engagierten und ihre Erfahrungen teilten. Ich hoffe, ihr setzt das Training fort und wir sehen uns beim nächsten Mal wieder!
